Zweireihige Pendelrollenlager mit zylindrischer und kegeliger Bohrung

Die Kugelform der Laufbahn der Außenringes ermöglicht das gegenseitige Kippen der Ringe im Betrieb, womit die gleichmäsige Verteilung der Belastung auf Wälzkörper auch bei den kleineren Wellenausschlägen, ggf. bei der Nichteinhaltung der Gleichachsigkeit der gelagerten Fläche der Lager gesichert ist.

Diese einzigartigen Parametern ermöglichen den Pendelrollenlager folgendes zu erreichen:

  • niedrigere Betriebstemperatur und höhere Drehzahl
  • die höhere axiale Belastung zu übertragen
  • die höhere kombinierte Belastung zu übertragen
  • die längere Lebensdauer

Zweireihige Pendelrollenlager mit zylindrischer und kegeliger Bohrung


 

Konstruktionsangaben

Hauptabmessungen

Die in den Tabellen angeführte Hauptabmessungen der Pendelrollenlager entsprechen den internationalen Normen ISO 15 (STN 02 4629).

Zweireihige Pendelrollenlager mit zylindrischer und kegeliger Bohrung

Konstruktion

Die innere Konstruktion der zweireihigen Pendelrollenlager verwendet symetrische Tonnenrollen und hat in Abhängigkeit von der Käfigart mehrere Modifikationen. Die Ausführung mit dem gepressten zweiteiligen Stahlkäfig, dem mittleren Anlaufbund des Innenringes wird als „E…J“ bezeichnet. Lager mit dem einteilligen Kammkäfig aus Messing, geführt an dem Innenring wird als „M“ und mit der zweiteiligen Kammkäfig als „MB“ bezeichnet.

Zweireihige Pendelrollenlager mit zylindrischer und kegeliger Bohrung

Genauigkeit

Zweireihige und axiale Pendelrollenlager werden üblich in der Grundtoleranzklasse P0 hergestellt. Die Herstellung der Lager in einer höheren Stufe der Genauigkeit muss mit dem Hersteller besprochen werden. Die Werte der Grenzabweichung der Abmessungsgenauigkeit und des Laufes sind in der Norm ISO 492 eingeführt.

Radialluft

Üblich hergestellte zweireihige Pendelrollenlager haben normale Radialluft, die in Lagerbezeichnung nicht angeführt ist. Für Spezialfälle ist es möglich, die Lager mit dem Radialluft C2 (kleiner als normale) oder mit der Radialluft C3, C4, C5 (größer als normale) herstellen lassen.

Nut und Schmierbohrungen auf dem Aussenring

Für die Erreichung der besseren Schmierung und der höheren Betriebssicherheit haben die Pendelrollenlager auf dem Umkreis des Außenringes die Nut und drei Schmierbohrungen (W33).

Bohrung des Innenringes

Zweireihige Pendelrollenlager werden mit der zylindrischen oder kegeligen Bohrung (K) mit Kegel 1:12 oder 1:30 hergestellt. Lager mit der kegeligen Bohrung werden direkt auf den Kegel- oder Zylinderzapfen mittels Spann- oder Abziebuchse in Übereinstimmung mit ISO 2982-1,2 befestigt.

Stabilisierung für den Betrieb bei der höheren Temperatur

Für Lagerungen mit der höheren Betriebstemperatur als 120°C werden besonders wärmebehandelte stabilisierte zweireihige Pendelrollenlager geliefert, bei denen ihre Formstabilität bei der Betriebstemperatur 150°C bis 400°C (S1, S2, S3, S4, S5) gesichert wird. Die Lieferungen der stabilisierten Lager sind vorher zu besprechen.

Kippfähigkeit

Zweireihige Pendelrollenlager können aus der mittleren Stellung um die in der Tabelle angeführten Werte gekippt werden, ohne dass es zu der Beeinträchtigung ihrer richtigen Funktion kommt:

Zulässiges KippenTyp des Lagers
1°30´222XX, 230XX, 231XX,233XX,239XX
223XX, 240XX
2°30´232XX, 241XX

Axiale Tragzahl der zweireihigen auf den Spanhülsen montierten Pendelrollenlager

Bei der Montage der zweireihigen Pendelrollenlager auf die glatten Wellen mittels der Spannhülsen hängt die Größe der Axialbelastung von der Reibung zwischen der Welle und Hülse ab. Sind die Lager richtig montiert, kann man die zulässige Axialbelastung von dieser Gleichung ermitteln:

Fap = 3.B.d

Fap – max. zulässige Axialbelastung (N)
B – Lagerbreite (mm)
D – Durchmesser der Lagerbohrung (mm)

Radiale äquivalente dynamische Belastung der zweireihigen Pendelrollenlager

Radiale äquivalente Belastung ist der errechnete Wert, der bei der kombinierten Belastung (d.h. bei der jeweiligen radialen und axialen Belastung) aus folgenden Gleichungen berechnet wird:

Pr = Fr + Y1.Fa für Fa/Fr ≤ e
Pr = 0,67.Fr + Y2.Fa für Fa/Fr > e

Pr – radiale dynamische äquivalente Belastung (N)
Fr – radiale Belastung (N)
Fa – axiale Belastung (N)
e,Y1,Y2 – siehe Tabellen

Radiale äquivalente statische Belastung der zweireihigen Pendelrollenlager

Radiale äquivalente statische Belastung wird folgendermaßen berechnet:

Por = Fr + Y3.Fa

Por – radiale statische äquivalente Belastung (N)
Fr – radiale Belastung (N)
Fa – axiale Belastung (N)
Y3 – siehe Tabellen

Grenzdrehzahl

Die in den Tabellen des Katalogs angeführte Grenzdrehzahl ist die maximale Umdrehungszahl, bei denen der Lager mit dem bestimmten Maß
der Sicherheit störungsfrei unter diesen Betriebsbedingungen arbeitet:

  • Lagerbelastung entspricht der Standzeit L10h =~ 100 000 Stunden,
  • Größe des axialen Bestandteiles der auf den radialen Pendelrollenlager wirkenden Kräfte Fa erreicht max. 25 % der Größe des radialen Bestandteiles Fr
  • Lager sind in normaler Toleranzklasse mit normaler Radialluft hergestellt
  • Grenzdrehzahl für Ölschmierung gilt für Schmierung im Ölbad

Bezeichnung

Bezeichnung der Lager in der Grundausführung ist in den Tabellen angeführt. Modifikation von der Grundausführung wird mit den Zusatzzeichen nach STN 02 4608 bezeichnet. Die Bedeutung der am meisten verwendeten Zeichen für zweireihige Pendenrollenlager steht in der Tabelle.

ZeichenBeispiel der BezeichnungBedeutung
K22208EKW33JKegelbohrung, Kegel 1:12
W3322311EW33JNut und Schmierungsbohrungen auf dem Umkreis des Innenringes
J22215EW33JKäfig gepresst aus dem Stahlblech, geführt auf den Wälzkörper
M22218W33MMassivkäfig aus Messing, geführt auf den Wälzkörper
E22319EW33JLager mit höherer Tragfähigkeit und mit höheren Betriebseigenschaften
P622214EW33J P6Höherer Grad der Genauigkeit als normales
C222309EW33J C2Radialluft kleiner als normale, (normale Radialluft wird nicht gekennzeichnet)
C422326KW33M C4Radialluft größer als C3
S222308W33M C5S2Stabilisierung der beiden Ringen für den Betrieb bei Temperatur bis 250°C